Es gibt in Amadeus360 grundsätzlich zwei Möglichkeiten, wie Gutscheine gehandhabt werden können. Die "alte Denke" behandelt Gutscheine als Zahlungsmittel. Dies entspricht in etwa dem Mehrzweckgutschein nach der "neuen Denke". In dieser Sichtweise werden Gutscheine (Einzweckgutscheine und Mehrzweckgutscheine) nicht mehr als Zahlungsmittel, sondern als Forderung/Verbindlichkeit gesehen. Im Folgendem sind beide Denkweisen beschrieben. Unsere Empfehlung ist Gutscheine als Verbindlichkeiten zu sehen. 

Beim Konfigurieren Ihres Kassensystems ist auf jeden Fall zu beachten, dass Einzweckgutscheine nur dann verkauft werden dürfen, wenn der Steuersatz aus wirklich sicher vorher feststeht. Die Sachverhalte, die einen Einzweckgutschein ausschließen sind: "außer Haus Verkauf" (7% und 19% gemischt) und wenn Ihre Kellner Trinkgelder annehmen, die in der Kasse verbucht werden (19% und 0%). Die richtige Gutscheinart für Ihren Betrieb sollten Sie unbedingt mit Ihrem Steuerberater und Kassenfachhändler besprechen und Ihr Kassensystem entsprechend konfigurieren (lassen). 


Gutscheine als Zahlungsmittel

Werden Gutscheine als Zahlungsmittel angesehen, werden Sie im Kassensystem analog zu Kreditkarten als unbare Zahlungsmittel angesehen und tauchen als solche auch nicht im Umsatz auf. Gutscheinverkauf und Gutscheineinlösung werden im Kassenbuch in Amadeus360 auf der rechten Seite geführt.

Als Zahlungsmittel sind Gutscheine nicht an Steuersätze gebunden. Die entsprechenden Konten für den Datev-Export finden sich folglich auch bei den Finanzwegen. 



Gutscheine als "Umsatz" (Verbindlichkeiten)

Im Gegensatz zum Gutschein als Zahlungsmittel können Gutscheine auch als "Umsatz" ins Kassenbuch in Amadeus360 eingetragen werden. Dabei müssen Einzweck und Mehrzweckgutscheine unterschieden werden. 

Einzweckgutscheine

Einzweckgutscheine werden mit Umsatzsteuer verkauft und müssen folglich auch direkt beim Verkauf versteuert werden. Beim Einlösen eines Einzweckgutscheins wird der Betrag ebenfalls wieder versteuert, wirkt sich hier aber erlösmindernd aus. Da der eigentliche Umsatz ja parallel boniert/eingetragen ist, bleibt am Ende die korrekte Besteuerung übrig. 

Beim Verkauf sollte also Folgendes im Kassenbuch stehen: 

Beim Einlösen des Gutscheins dann


Mehrzweckgutschein

Der Mehrzweckgutschein wird erst beim Einlösen versteuert. Im Kassenbuch in Amadeus360 wird daher sowohl der Verkauf als auch die Einlösung bei 0% Steuer eingetragen. Da beim Einlösen des Gutscheins der Umsatz auch mit den normalen Artikeln boniert ist, wird hier automatisch die entsprechende Steuer abgeführt. 

Beim Verkauf des Mehrzweckgutscheins wird folgendes ins Kassenbuch eingetragen: 

Beim Einlösen des Mehrzweckgutscheins dann folgendes: 


Datev-Export

Die Kontenzuordnung für den Export nach Datev erfolgt für beide Gutscheinvarianten, Einzweck wie auch Mehrzweckgutschein folglich nicht mehr über die Finanzwege, sondern über die Erlöskonten: